Geschichte

DER VEREIN UND DIE POLITIK
Das Jahr 1933 muß wie so vieles in dieser Zeit als Anfang einer Epoche gesehen werden, in der das Vereinsleben allgemein einen Wendepunkt nahm. Die Turnhalle wurde für die Benutzung der SA freigegeben, des weiteren gab der Vorstand bekannt, daß der Teck-Neuffen-Gau nach dem Deutschen Turnfest als aufgelöst gelte.

Die Generalversammlung vom 13. Januar 1934 stand unter keinem guten Stern. Gleich nach der Eröffnung teilte der Vorstand mit, dass der Teck-Gau als aufgelöst gelte und dass der TVB dem Hohenstaufen-Gau zugeordnet sei. Bei den anstehenden Wahlen war Vorstand Gölz nicht mehr zu bewegen, sein Amt weiterzuführen; gewählt wurde Johannes Schaufler. Wilhelm Schmid als Turnwart legte sein Amt ebenfalls ab, er wurde durch Wilh. Hafenbrack ersetzt.


Nachdem der TVB dem Staufen-Gau zugeordnet worden war, fand im Jahr 1936 das Gauturnfest in Göppingen statt. Vier Teilnehmer - und zwar Ernst Schaufler, Gottlob und Ernst Kaufmann sowie als Jüngster Hermann Renz - fuhren mit den Fahrrädern bei denkbar schlechter Witterung dorthin. Es war ein schwerer Tag für die Teilnehmer. Neben den Geräteübungen war eine spezielle Disziplin - nämlich Hangeln - eingebaut, die bei den zehn Meter hohen nassen Tauen nur schwer bewältigt werden konnte. Doch alle Bissinger schafften einen Kranz.

1936 ging das aktive Turnen weiter zurück. Viele waren eingezogen zur Wehrmacht, nur wenige Jugendliche trafen sich zu den Übungsstunden.

Bei der Generalversammlung am 11. Januar 1936 mußte ein Turnwart gewählt werden. Die verhältnismäßig gut besuchte Versammlung wählte Hermann Renz als jüngsten Turnwart (16 Jahre alt) des Turnvereins Bissingen. Es wurde beschlossen, ein neues Reck zu beschaffen. Als Gegenleistung verpflichtete sich das kleine Turnerhäuflein, den Reckstandplatz, der ohne Boden mit Torf gefüllt war, mit einem festen Holzboden auszubauen. Es war die letzte Aktion vor dem Krieg zur Verbesserung der Turnhalle und auch für viele der Helfer, denn nur wenige überlebten den Krieg.

Ohne große Vorwarnung brach das Unglück über alle herein, so dass in der vom Vorstand angelegten Mitgliederliste im Jahr 1939 von den 60 ordentlichen Mitgliedern bereits 37 Soldaten waren.

Im Bestand wurden zu diesem Zeitpunkt noch zehn Zöglinge und 17 Ehrenmitglieder registriert. Mit den letzten Eintragungen im Protokollbuch im Jahr 1939 endete eine Epoche des Vereins. Sie begann 1919 nach dem ersten Weltkrieg und wurde nach 20 Jahren gewaltsam beendet.

Für die Verantwortlichen in dieser Zeit war es besonders schwer, sich zu behaupten. Neubeginn, Inflationszeit, Arbeitslosigkeit und die politischen Veränderungen waren Hemmnisse in der Entwicklung. Um so mehr muß man alle Beteiligten bewundern, daß sie durchgehalten und das Vereinsvermögen erhalten und vermehrt haben. Dafür gebührt ihnen heute noch unser aller Dank.

Mit den ausgesprochenen Dankesworten endet hiermit der zweite Teil unserer Vereinsgeschichte. Sie findet Fortsetzung mit dem Jahr 1945, da über die Kriegsjahre das Vereinsleben ruhte. Im Vereinsmitgliederbuch, das vom Vorstand Hans Schaufler noch bis 1941 geführt wurde, waren von den 65 Mitgliedern bereits 54 Soldaten. Zwei davon, Karl Kaufmann Teckstr. und Wilhelm Hafenbrack waren bereits den Heldentod fürs Vaterland gestorben.

 

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da Altobelli

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